Themen zur Geschichte Hattingens

Literatur

Das "Zollhaus" in Hattingen

 

 

Literatur

Das Zollhaus

Bis 1586 war die Stadt Hattingen nur durch einen Palisadenwall befestigt. Dann begannen die Hattinger Bürger damit, eine Ringmauer und fünf Stadttore zu errichten. Durch das Weiltor erreichte man die für Hattingen so wichtige Verbindungsstraße, die zur Ruhrbrücke und weiter nach Norden führte. Dieses Tor wurde zusätzlich durch einen runden Wehrturm gesichert. Das Mauerwerk hat eine Stärke von ca. 1,20 m.

Der Turm war durch einen unterirdischen Gang mit einem Gewölbekeller unter dem Grabenweg verbunden. Das Gewölbe wurde von der Besatzung des Wehrturms als Aufenthaltsraum genutzt und faßt ca. 20 Personen. Den Zugang zum Gewölbekeller und zu dem anschließenden Stadtturm erkennt man noch heute von der tieferliegenden Zollhausgasse aus.

Der Wehrturm diente im 17. Jahrhundert in Verbindung mit dem Torschreiberhäuschen als Dienstgebäude für die Steuereinnehmer, die von den einreisenden Kaufleuten für die eingeführten Waren Zollgebühren erhoben.

1810 begann man mit dem Abbruch der nun überflüssig gewordenen Stadtbefestigung. Auch der Wehrturm beim Weiltor wurde bis auf das Untergeschoß abgetragen. Über der Gewölbedecke des Turmstumpfes errichtete 1820 der Schmied Schumacher ein kleines Fachwerkhaus. Er benutzte es als Werkstatt und nannte es liebevoll Zollhaus.

Im 20. Jahrhundert diente das Haus mit seinen 2 1/2 Zimmern lange Zeit als Wohnhaus. Heute wird es geschäftlich genutzt.